Bei Einkauf Andacht
Ein Künstler
installiert eine Kapelle im Business-Park
Mit Intemet-Meditationen in einer Kapelle
aus Stellwänden experimentiert
der Nümberger Künstler und Architekt Stefan Krüskemper.
Besucher der Kapelle sollen an einem Computer eine Andacht nach eigenen
spirituellen Bedürfnissen zusammenstellen können, so stellt
es sich der Künstler vor. Krüskemper orientiert sich bei
seinem Meditations-Angebot an den Internet-Andachten der Elisabeth
Kirchengemeinde in Marburg (www.elisabethkirche.de). Diese hatte
Anfang dieses Jahres fur ihre Intemetauftritt den dritten Webfish-Preis,
eine EKD-Auszeichnung für kirchliche Homepages, erhalten.
Die experimentelle
Kapelle soll vom 2. bis zum 18. Juli 1999 in Nürnberg zu sehen sein. Nach
Auskunft von Krüskemper steht sie unter einem Glasdach in einem
Foyer des Nürbanum-Business-Parks, einem Einzelhandels und Gewerbezentrum
im Südosten der Stadt. Da gleichzeitig im Nürbanum Absolventen
der Nürnberger Akademie der Bildenden Künste ihre Abschlussarbeiten
ausstellen, erwartet Krüskemper kunstinteressiertes Publikum.
Die Kapelle
sei durch zwei fest installierte Milchglas-Wände und zwei bewegliche transparente
Stimfronten zum Foyer hin abgegrenzt. In der Mitte befinde sich ein
Altartisch. Drei Gottesdienste will der Künstler zusammen mit
dem Nürnberger Pfarrer Daniel Szemeredy feiem. Während
der Gottesdienste will Krüskemper die Stirnfronten abmontieren.
Da die Kapelle in einem Durchgangsbereich steht, werde sie bei regem
Besucherverkehr automatisch zum Ort der Begegnung. Der erste Gottesdienst
im Andachtsraum findet am 2. Juli 1999 um 18 Uhr statt.
Das zweiwöchige Projekt wird
von Sponsoren finanziert. Krüskemper will es als Impuls verstanden
wissen: Ist das Projekt erfolgreich, könne an dieser oder an
anderer Stelle auch dauerhaft eine Kapelle im Nürbanum eingerichtet
werden. (buz)
Juli 1999
Allgemeine Deutsche Sonntagszeitung
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